Wie du einen sympathischen Seminar-Start und ein gutes Ende hinbekommst

Seminar-Start

Der erste Eindruck ist wichtig. Nicht nur bei einem Seminar, aber hier ganz besonders, da der Seminar-Start das ganze Seminar beeinflussen kann. Das Ende ist ebenfalls bedeutend. Denn das bleibt oft nachher am längsten in Erinnerung.

In diesem Artikel möchte ich dir zum einen erzählen, warum Seminar-Start und Ende so entscheidend für den Erfolg deines Seminars sind. Zum anderen habe ich dazu einige Tipps für dich. Viele Seminarleiterinnen und Seminarleiter bereiten sich zwar hervorragend auf das Seminar vor, vergessen aber, sich auch und gerade für den Start und das Ende gut vorzubereiten. Und das ist ein großer Fehler. Ja, es gibt sogar erfahrene Seminarleiter und Seminarleiterinnen, die behaupten: „Lege einen guten Seminar-Start hin und gestalte ein starkes Seminarende und es ist egal, was du dazwischen machst.“ Dieser Ausspruch stimmt natürlich nicht ganz, aber er beinhaltet einen wahren und zentralen Kern.

Warum du über Primacy und Recency Bescheid wissen solltest

Alles was zu Beginn gesagt und getan wird, merken wir uns besser als das, was hernach kommt. Dies nennt man „Primacy-Effekt“ (engl. Primacy = Primat/Vorrang). Aber auch das Ende hat einen nachhaltigen Einfluss auf uns. Das wird als „Recency-Effekt“ (engl. Recency = Neuheit) bezeichnet.

Welcher Effekt von beiden wirkt nun stärker? Ein guter Start oder ein starkes Ende? Beide Effekte wurden vielfach wissenschaftlich untersucht. Bei den meisten Personen macht all das, was zu Beginn passiert, den größeren Eindruck. Es gibt jedoch Ausnahmen. Bei jenen Personen, die zu Beginn nicht ganz bei der Sache waren, hat das Ende die größeren Auswirkungen. Wenn wir uns in Seminarsituationen versetzen, dann betrifft das etwa ein Drittel der Personen. Die einen sind noch gedanklich bei der Arbeit, von der sie kommen – besonders bei Abendveranstaltungen. Startet das Seminar in der Früh, dann sind manche entweder noch nicht ganz „wach“ („Kann ich noch schnell vor dem Start einen Kaffee trinken?“) oder mit den Gedanken zu Hause bei der Familie oder beim Kind, das sie gerade in den Kindergarten oder in die Schule gebracht haben. Für diese Gruppe ist also das starke Ende des Seminars besonders wichtig.

Und dann gibt es leider immer wieder Einzelne, die zu spät kommen und den exzellent geplanten Seminar-Start gar nicht mitbekommen. Für jene ist also das Ende des Seminars von ganz besonderer Bedeutung.

Du kannst diese beiden Effekte übrigens auch in anderen Situationen nützen. Wenn du jemand etwas Negatives mitteilen musst, dann beginne und ende mit einer positiven Mitteilung. Und mittendrin bringst du das Negative vor. So wird die negative Mitteilung abgeschwächt. Beide Effekte führen zu einer Verzerrung unserer Wahrnehmung, der wir uns nicht entziehen können.

Empfehlung: Ablauf Seminar-Start

Plane für einen guten Seminar-Start mindestens eine halbe Stunde ein. Die wichtigste Zutat, die du für einen guten Start liefern kannst ist: Deine Freude! Deine Freude auf das Seminar, auf die Teilnehmenden, darauf, dass du mit Interessierten dein Wissen teilen darfst. Ehrliche Freude ist spürbar und steckt an. Freude verursacht das angenehme „Grundrauschen“, das dein Seminar im Idealfall begleitet.

Hier meine Empfehlung für den Ablauf des Seminar-Starts:

  1. Begrüßung: Begrüße die Teilnehmenden. Sage den Titel der Veranstaltung und den eigenen Namen.
  2. Organisatorisches: Nenne die Start- und Endzeiten, die geplanten Pausen (Mittagspause, Zwischenpausen) und eventuelle Verpflegungsmöglichkeiten.
  3. Vorstellung: Stelle dich den Teilnehmenden vor. Erwähne dabei Ausbildungen, Erfahrungen und eventuell auch Persönliches, das für die Teilnehmenden von Interesse sein könnte und zu dem Seminar-Thema und dem Anlass passt. Interessant für die Teilnehmenden sind ganz besonders Gemeinsamkeiten (berufliche, möglicherweise auch private). Nenne Ausbildungen und berufliche Stationen, die deine Kompetenz in Bezug auf das Seminarthema vermitteln. Beantworte dabei die Frage: Was befähigt gerade dich, dieses Thema vorzutragen? Mache anschließend eine „Vorstellungsrunde“, bei der sich jede Person kurz vorstellen kann (empfehlenswert bis max. 20 teilnehmende Personen, sonst dauert dieser Punkt zu lange).
  4. Agenda:  Stelle den Ablauf, den Inhalt des Seminars vor und sage einige Worte zu jedem Punkt.

Empfehlung für ein Seminar-Happy-End 🙂

Plane für einen guten Abschluss eine halbe Stunde Zeit ein.

  1. Zusammenfassung: Nimm dir unbedingt die Zeit für eine Zusammenfassung. Du nützt hier den erwähnten Recency-Effekt. Dadurch wird das eben Gehörte und Erlebte noch einmal ganz besonders gefestigt und hat so die besseren Chancen, im Langzeitgedächtnis zu verbleiben.
  2. Fragerunde: Dafür sollte Zeit bleiben, damit die Teilnehmenden offen gebliebene Fragen an dich stellen können.
  3. Abschlussworte: Bereite deine Abschlussworte gut vor. Verabschiede dich mit einem Danke an die Teilnehmenden. Erspare dir aber bitte das langweilige abgeschmackte „Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.“ Du könntest dich zum Beispiel für das Interesse bedanken, das Mitmachen, die interessante Zeit, die du mit deinen Teilnehmenden erlebt hast. Gib den Teilnehmenden zum Abschluss noch einen interessanten Gedanken mit auf den Weg. Du könntest einen Appell oder einen Wunsch an die Teilnehmenden in Zusammenhang mit dem Seminar richten. Oder du schließt mit einem passenden Zitat.

Zusammenfassung

Eigentlich ist es selbstverständlich, einen guten Seminarinhalt zu liefern und sich bestens darauf vorzubereiten. Aber genau so wichtig ist es, einen guten Start und ein gutes Ende zu planen und sich entsprechend darauf vorzubereiten.

Primacy und Recency sind die beiden Fachbegriffe, welche den Start- und Ende-Effekt beschreiben. Für die meisten Personen wirkt der Start nachhaltiger. Für jene, welche zu Beginn nicht ganz bei der Sache waren, ist das Ende entscheidender.

Ich empfehle, die Startworte inklusive der Vorstellung der eigenen Person und auch die Abschiedsworte auswendig zu lernen und den „Auftritt“ vor einem freundlich gesinnten „Publikum“ zu üben. Der Auftritt wird so zu einer „gewohnten“ Handlung und es wird damit auch das Lampenfieber minimiert.

Ich freue mich, wenn du meinen Artikel teilst! 🙂

»3 Tipps für erfolgreiche Seminare«

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